Bildung statt Banken – Bildungsblockaden einreißen!

Bildung statt Banken – Bildungsblockaden einreißen!

21.03. um 13 Uhr, Bahnhofsvorplatz in Duisburg

Jeden Tag erleben wir in der Schule die katastrophalen Auswirkungen der „Sparpolitik“, welche seit Jahren von unseren Politikern im Bildungsbereich praktiziert wird.

Dadurch das viel zu wenige LehrerInnen in den Schulen eingestellt werden, müssen wir in viel zu großen und überfüllten Klassen lernen. Zudem sind viele Schul- und Lerngebäude längst baufällig, marode und verwahrlost. Die Renovierung solcher Schulen wird aber meist als zu teuer und nicht notwendig abgetan. Genauso werden Kosten für Bücher, Kopien und Klassenfahrten rücksichtslos auf die Eltern abgewälzt. Auch durch die Umstrukturierung von Halbtags- zu Ganztagsschulen kommen weitere Kosten für das Mittagessen auf die Eltern zu, denn diese werden nicht von den Kommunen übernommen, sondern müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.

Durch die Einführung der Studiengebühren wird vielen SchülerInnen, vor allem aus ärmeren Verhältnissen, die Chance auf ein Studium genommen. Das kostspielige Studium führt dazu, dass immer mehr AbiturientInnen auf den Ausbildungsmarkt drängen und verschärfen so die Konkurrenz um die Ausbildungsplätze.

All diese Missstände werden uns täglich zugemutet und Forderungen nach mehr Geld für Bildung mit dem Argument, dass der Staat kein Geld hätte abgetan. Doch noch im selben Atemzug werden hunderte von Milliarden ohne lange zu zögern in marode Banken gepumpt um diese vor der selbst verschuldeten Insolvenz zu bewahren.

Der Druck auf Schülerinnen und Schüler wird immer weiter erhöht. Durch die Schulzeitverkürzung (G8), dass so genannte Turbo-Abitur, wird den SchülerInnen ein Lernjahr genommen, um sie früher auf den Arbeitsmarkt zu schicken und sie für die Wirtschaft zugänglich zu machen. Die Selektion der SchülerInnen nach der 4. Klasse, in Gymnasium, Haupt- und Realschule, die verpflichtend durch die KlassenlehrerInnen durchgeführt wird, dient einzig und allein der Bildung einer kleinen Elite und einer breiten Masse von billigen LohnarbeiterInnen.

Auch die Wiedereinführung der Kopfnoten ist ein weiteres Selektionsmittel für die Wirtschaft und deren Auswahlverfahren. Hier sollen diejenigen SchülerInnen herausgefiltert werden, die ihre Individualität ausleben und somit nicht in das Bild eines folgsamen Schülers passen. So wird das primäre Ziel von Schule (Vermittlung von Bildung) durch Ziele und Interessen der Wirtschaft ersetzt. Durch Lernstandserhebungen und zentrale Abschlussprüfungen sollen SchülerInnen gleich geschaltet und für die Wirtschaft vergleichbar gemacht werden.

Deshalb wollen wir mit einer lautstarken und ruhrgebietsweiten SchülerInnendemonstration zeigen, dass wir uns die Missstände des deutschen Bildungssystems nicht länger bieten lassen.

Beteiligt euch an unserer Demonstration gegen das marode Bildungssystem und kommt am 21.03. um 13 Uhr zum Bahnhofsvorplatz in Duisburg.

Wir verstehen unseren Kampf um ein besseres Bildungssystem als antirassistisch. Faschisten, Sexisten und Rassisten jeder Art werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Des weiteren bitten wir den Wunsch der SchülerInnenbündnisse zu respektieren weder Partei- noch Nationalfahnen mitzubringen.

Wir fordern:
# Vollständige Lehr- und Lernmittelfreiheit, Abschaffung von Studiengebühren
# Abschaffung von Kopfnoten
# Abschaffung von zentralen Prüfungen
# Keine Benachteiligung von MigrantInnen
# Keinerlei Privatisierung und Sponsoring
# Mehr LehrerInnen und kleinere Klassen

Nächstes Treffen

„Hallo liebe AktivistInnen,
das nächste Treffen von Bildungsblockaden einreissen findet am 3.2 im
Linke-Büro in der Stolbergerstraße 34 um 18:00 statt.
LG“

Mail-Verteiler Qachen.

Videos zum Streiktag!

http://www.youtube.com/watch?v=bYEjYcC2iN0
http://www.youtube.com/watch?v=gC7eONcRwkI

Leserbrief an die Aachener Nachrichten

Als ich den Bericht «Gute Sache, falscher Weg» in den Aachener Nachrichten gelesen hatte wurde mir wieder einmal klar dass die Jusos, ihren Namen voll und gar nicht verdienen. Eine Organisation die versucht eine Schülerbewegung zu marginalisieren, weil sie auf die Straßen gegangen sind und protestiert haben kann nichts mit der sozialistischen oder sogar der sozialdemokratischen Ideologie zutun haben. Genauso wenig würde jemand der/die sich als Sozialist/in bezeichnet und sich als Politiker/in ausgibt nur einen Tag nach einer politischen Aktion, eine klare Stellungnahme dazu nehmen und meinen es hätte nichts Politisches bewirkt. JedeR müsste wissen dass eine politische Aktion nur in den wenigsten Fällen am selben Tag sein angestrebtes Ziel erreicht. Schließlich sprechen wir hier von einer Aktion wo die Menschen auf der Straße waren und protestiert haben und nicht von einer Abstimmung im Parlament was nur einige Minuten dauert. Jedoch ist es normal das Reformisten dies verwechseln können, denn sie haben nichts anderes im Auge als einen Stuhl im Parlament. Und solange diese Reformisten nicht ihre Pferdebrillen ausziehen werden sie auch nie die Menschen auf der Straße verstehen –für welche sie angeblich kämpfen(!).
Allerdings muss ich auch noch erwähnen dass diese Aktion schon eine gewisse politische Wirkung hatte, zwar vielleicht noch nicht auf die Politik und noch wichtiger auf einen Großteil der Aachener Bevölkerung, jedoch schon auf die Teilnehmer/innen des Streiks und das ist schon ein großer Erfolg für uns. Sie müssten erkannt haben das eine organisierte kraft auf der Straße viel effektiver ist als ein Stuhl im Politbüro.
Wenn man die Äußerungen Fadavian’s vor dem Streik und nach dem Streik vergleicht, kann man auch ganz gut erkennen wie widersprüchlich die Jusos sind. Kurz vor dem Streik hatte Fadavian sich als Kopfnoten Gegner geäußert(1) aber nur einen Tag nach dem Streik tretet er als Kopfnoten Befürworter auf(2). Mir ist immer noch nicht klar ob er es deswegen tut weil sich seine Meinung stets ändert oder ob er fleißig etwas zu kritisieren gesucht hat und nur den Teil mit den Kopfnoten gefunden hat. Erwähnenswert ist auch seine These „die Parole, Kopfnoten und Kapitalismus abschaffen‘ ist Unsinn, das hat nichts miteinander zu tun“. Ich verstehe nicht warum er zwischen Kopfnoten und Kapitalismus keine Verbindung aufbauen konnte, jedem ist klar das die Kopfnoten zum Wohle des Marktes eingeführt worden sind. Ich könnte mir nicht vorstellen das auch nur ein/e Schüler/in auf ihren/seinen Zeugnis schaut um nachzuschauen wie ihr/sein Verhalten ist. Nicht die Schüler/innen schauen deswegen drauf, sondern die Chefs die sich diese Zeugnisse schicken lassen um in vorhinein den oder diejenige auszusortieren um nicht zeit zu verlieren bei den Vorstellungsgesprächen. Denn Zeit ist Geld und wir Schüler sind es nicht wert(!)
Dass wir ein „schlechtes Bild in der Öffentlichkeit“ abgegeben haben ist natürlich auch gelogen. Selbst wenn es so wäre, würden die Jusos das als letztes erfahren. Eine Jugendorganisation die abhängig von der SPD ist –weil sie potenziell alleine zu nichts in der Lage ist- , kann sich nicht so schnell über die Öffentlichkeit äußern. Sie brauchen in der Regel immer einige Tage dafür, denn sie kennen das Volk nur aus Statistiken.
Die klassischste Äußerung Fadavian’s ist immer noch diese: „Wir sind sehr zuversichtlich, nach der Landtagswahl 2010 eine bessere Schulpolitik in Nordrhein-Westfalen erleben zu dürfen. Ein politischer Machtwechsel zeigt mehr Wirkung als jeder Schulstreik“.
Er spricht von einem politischen Machtwechsel, wir wissen ganz genau dass kein machtgieriger Politiker etwas Positives für seine „Wähler/innen“ machen kann und würde. Seine Gier nach mehr macht würde ihm alles im Wege stellen. Selbst wenn es zu Reformen kommen wird in der Bildungspolitik würde dies die Sache nur verschlechtern. Alle Reformen müssen zurückgenommen werden und die Bildungspolitik muss von den betroffenen gestaltet werden. Außerdem ist auch ein Machtwechsel fast komplett auszuschließen, die SPD ist nicht links und auch keine Alternative, das fängt jeder langsam an zu begreifen und deswegen werden die Menschen auch nach einer Alternative suchen und nicht die SPD wählen.

Youngstruggle Leser
Erkut Özgür, Güneş

(1) „Das ist keineswegs ein Zugeständnis an die katastrophale Schulpolitik der Landesregierung, Kopfnoten einzuführen oder Schülerrechte zu beschneiden“, so Benjamin Fadavian, Vorsitzender der Juso-Schüler.
http://www.jusos-aachen.de/?p=1445
(2) «ein dreigliedriges Schulsystem lehne ich auch ab; aber die Parole ,Kopfnoten und Kapitalismus abschaffen‘ ist Unsinn, das hat nichts miteinander zu tun»
http://www.an-online.de/lokales/aachen-detail-an/716726?_link=&skip=&_g=Gute-Sache-falscher-Weg.html

Aus Protest bleiben viele Klassen leer

Aachen. «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut.» Mit dieser Parole auf den Lippen demonstrierten Mittwoch früh etwa 800 Schüler, mobilisiert vom Aachener Bündnis «Bildungsblockaden einreißen», für ein besseres Bildungssystem. Ihr Protest galt dem Turbo-Abi, den Kopfnoten, dem dreigliedrigen Schulsystem und den zu großen Klassen.

Unter anderem statteten einige Protestler auch dem St. Leonhard-Gymnasium an der Jesuitenstraße einen überraschenden Besuch ab. Laut Beatrix Bartz, stellvertretende Schulleiterin am St. Leonhard, sei «eine ganze Horde grölender Schüler» bis in die zweite Etage des Gebäudes vorgedrungen, um weitere Mitstreiter für die Kundgebung zu gewinnen. Vor allem die jüngeren Schüler seien zwar eingeschüchtert gewesen, hätten sich den Demonstranten aber dennoch nicht angeschlossen», erklärt Bartz.

Unterschiedlich reagiert

An ihrer Schule habe man schon im Vorfeld über die angekündigte Demonstration gesprochen und sich gegen eine Teilnahme entschlossen. Schließlich habe auch die Bezirksregierung Köln die Schulen ausdrücklich angewiesen, die Schüler für die Teilnahme nicht zu befreien.

Zwar versteht Beatrix Bartz die Beweggründe für den Protest der Schüler nur allzugut, hätte sich aber einen anderen Termin für die Kundgebung gewünscht. «Wenn die Demo nachmittags gewesen wäre, hätten sowohl Schüler als auch Lehrer teilnehmen können», meint sie. Immerhin geht es um Themen, die alle betreffen. Die Schüler der Sekundarstufen I und II protestierten bundesweit unter anderem gegen die Kopfnoten, marode Schulgebäude, das dreigliedrige Schulsystem, Lehrermangel und Lernstress, der sich vor allem durch die verkürzte Abiturzeit ergebe.

Laut Anna Baumann (15) von der Maria-Montessori-Gesamtschule haben die Lehrer der verschiedenen Schulen in Aachen unterschiedlich reagiert: Während einige die Schüler eher noch ermuntert hätten, die Demo zu besuchen, hätten sich andere strikt dagegen ausgesprochen.

Die Bezirksregierung hatte zuvor klare Anweisung gegeben, dass es für die Demonstration keine Freistellung geben dürfe. Die Stadt teilte mit, dass es Sache der jeweiligen Schule sei, wie sie mit möglicherweise schwänzenden Schülern umginge.

Getroffen hatten sich die Schüler bereits um neun Uhr morgens am Elisenbrunnen. Nachdem sie sich dort mit Parolen per Megafon und Schildern unter anderem gegen Kopfnoten und verkürzte Schulzeiten in die rechte Streiklaune versetzt hatten, zogen sie durch die Aachener Innenstadt, statteten dem St. Leonhard und dem Kaiser-Karls-Gymnaium dabei Besuche ab, und versammelten sich dann am Münsterplatz zu einer abschließenden Kundgebung mit Musik und Ansprachen. Kurz vor Mittag war die Kundgebung bereits zu Ende.

http://www.an-online.de/lokales/aachen-detail-an/715590/Aus-Protest-bleiben-viele-Klassen-leer

Keine Angst vorm Schulstreik!

Keine Angst vorm Schulstreik!
Auch wenn LehrerInnen und Schulleitung mit Strafen drohen – sie können euch nicht daran hindern, am Streik teilzunehmen. Entschuldigungen sind möglich.

„Eine Schule für alle – Schulstreik am 12. November!“ Das hört sich für viele gut an. Aber sie fragen sich: Welche Konsequenzen kann es haben, wenn ich am Schulstreik teilnehme? Dazu kommt noch, dass einige Schulleiter die SchülerInnen mit Einschüchterungen und Drohungen von der Demonstration am 12. November fern halten wollen. Da heißt es dann an manchen Schulen: Die TeilnehmerInnen am Streik werden mit einem schriftlichen Verweis bestraft, die Streikenden bekommen die doppelte Fehlstundenzahl eingetragen usw. Bei anderen Gelegenheiten haben Schulleiter den SchülerInnen sogar mit Anzeigen bei der Polizei gedroht, wenn sie an einer Demo teilnehmen.
Illegale Einschüchterung
Aber all diese Maßnahmen sind illegal. Für die Teilnahme an einer Demo dürfen keine Strafen verhängt werden. Auch für Schülerinnen und Schüler gelten die im Grundgesetz geregelten Grundrechte. Kein Schulleiter kann das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit aufheben, auch wenn er es noch so gerne möchte. Gegen all diese Maßnahmen kann man sich zu Wehr setzten, und die Erfahrungen zeigen auch, dass das sehr häufig funktioniert. Das wissen natürlich auch die Schulleiter. Sie wissen aber auch, dass viele sich allein von den Drohungen schon einschüchtern lassen und aus Angst vor Strafen nicht am Schulstreik teilnehmen wollen. Wenn ihr am 12. November in den Unterricht geht, anstatt für eure Bildung zu demonstrieren, dann haben diese Herrschaften ihr Ziel erreicht.
Schulpflicht vs. Versammlungsfreiheit
Die Gegner des Schulstreiks argumentieren, dass es ja immer noch die Schulpflicht gebe und man eben nach Schulschluss demonstrieren müsse. Diese Leute wissen, dass wir mit Demonstrationen in der Schulzeit viel mehr Aufmerksamkeit erregen und viel größeren Druck erzeugen. Sie wollen uns mit zweifelhaften juristischen Spielereien daran hindern, für unser Recht auf Bildung auf die Straße zu gehen.
Doch wenn zwei Rechtsgüter – in diesem Falle Schulpflicht und Versammlungsfreiheit – im Widerspruch zueinander stehen, dann muss zwischen diesen Rechtsgütern abgewogen werden. Das sieht dann so aus: „Schul(pflicht)gesetze und Rechtsverordnungen ermöglichen in allen Ländern eine kurzfristige Befreiung vom Schulbesuch aus wichtigen Gründen. Das gilt für familiäre Anlässe ebenso wie für religiöse Veranstaltungen. […] Es geht nicht an, dass die Schule bei der Beurlaubung aus privatem Anlass großzügig verfährt, die Beteiligung an einer Demonstration hingegen ausnahmslos unterbindet.“ (1) Wenn also die Teilnahme an einer Demonstration den Schulbesuch nicht ernsthaft gefährdet, dann können SchülerInnen durchaus dafür entschuldigt werden. Allerdings muss es sich dabei um einen Einzelfall handeln, das heißt, es darf nur sehr selten vorkommen. Minderjährige SchülerInnen müssen sich von den Eltern entschuldigen lassen. Die Schule entscheidet anschließend, ob diese Entschuldigung akzeptiert wird. Dabei spielt auch eine Rolle, ob der/ die Schüler/in Einfluss auf den Termin der Demo nehmen konnte.
(1) So der Jurist Prof. em. Dr. Hermann Avenarius in der Frankfurter Rundschau vom 2. April 2003. Der volle Text unter: http://www.hasi.s.bw.schule.de/lehr362.htm
Demonstrationsrecht erkämpfen!
Juristisch gesehen kann eine Schule also DemoteilnehmerInnen entschuldigen. Ob sie dies allerdings tut, liegt meist in ihrem eigenen Ermessen. Wir wollen aber unsere Demo nicht vom guten Willen des Klassenlehrers oder des Direktors abhängig machen.
Wenn ihr als Einzelpersonen mit eurem Lehrer verhandelt, ob er euch entschuldigt, könnt ihr oft Pech haben. Natürlich gibt es LehrerInnen, die die Forderung nach einem demokratischen Bildungssystem, das allen Jugendlichen eine gute Bildung bietet, unterstützen. Wenn der/ die Lehrer/in aber nicht von selbst bereit ist, euch zu entschuldigen, wird es etwas schwieriger. Denn dann müsst ihr an der Schule entsprechenden Druck erzeugen. Zum Beispiel könnt ihr mit vielen gemeinsam das Gespräch mit eurem Lehrer suchen. So seid ihr nicht allein und habt bessere Karten. Oder holt euch Unterstützung von dem/ der Verbindungslehrer/in. Schließlich ist es seine/ ihre Aufgabe, in Konflikten zwischen Lehrern und Schülern zu vermitteln. In vielen Fällen kommt ihr auf diese Weise zum Ziel: Ihr könnt am Schulstreik am 12. November teilnehmen, ohne unentschuldigte Fehlstunden eingetragen zu bekommen oder anders bestraft zu werden.
Gemeinsam Druck machen
Wenn all das nichts hilft, bleibt nur eins: Ihr müsst an der Schule Öffentlichkeit erzeugen, um Lehrer und Schulleitung unter Druck zu setzen. Zum Beispiel könnt ihr einen Aushang am schwarzen Brett machen, in dem ihr die Schulleitung auffordert, euch ungestraft an der Demo teilnehmen zu lassen. Umso mehr Leute von eurem Problem wissen, umso mehr Leute darüber diskutieren und euch unterstützen, desto einfacher habt ihr es, euch durchzusetzen. Klar ist in jedem Fall: Wenn ihr konsequent bleibt, habt ihr gute Chancen, euch durchzusetzen. Und das ist allemal besser, als sich mit Drohungen ruhig stellen zu lassen. Schließlich wollen wir uns das Demonstrieren nicht verbieten lassen.
Verbündete suchen
Natürlich ist es sehr schwer, einen solchen Konflikt durchzuhalten. Holt euch deshalb die Unterstützung von Freunden und von Lehrern, die dazu bereit sind. Schließlich sind die LehrerInnen genauso Opfer der gegenwärtigen Bildungspolitik wie wir: Sie müssen in übergroßen Klassen arbeiten und haben unzumutbare Arbeitszeiten. Auch Eltern und die Elternbeiräte unterstützen in vielen Fällen die Forderung nach einer Schule für alle. Deshalb sind auch sie häufig wichtige Verbündete, wenn es darum geht, unsere Rechte zu verteidigen.
Das Frankfurter Jugendbündnis kann euch Kontakt zu Leuten vermitteln, die bereits Erfahrungen mit solchen Auseinandersetzungen gemacht haben.
Aber die Versicherung…
Immer wieder werden SchülerInnen – besonders aus den unteren Jahrgängen – davor gewarnt, am Streik teilzunehmen, weil sie dort nicht versichert seien. Ein Frankfurter Schulleiter hat der SV seiner Schule gesagt: Wenn ihr zum Schulstreik aufruft, seid ihr verantwortlich für die jüngeren SchülerInnen, die mitkommen.
Tatsache ist: In der Schule und auf dem Schulweg ist man gegen Unfälle usw. versichert. Das gilt auf der Demonstration natürlich nicht. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass die SV oder irgendwelche Einzelpersonen in Haftung genommen werden können! Auch das ist eine unsinnige Behauptung des Schulleiters, um die SV politisch zu beeinflussen.
Wie gefährlich ist es denn nun, an der Demo teilzunehmen? Wir treffen uns und demonstrieren gemeinsam durch die Stadt. Ständig sind auch ältere MitschülerInnen dabei, die sich um Probleme der anderen kümmern können. Das Risiko, auf der Demo überfahren oder vom Blitz getroffen zu werden, ist sehr gering. Daher empfiehlt das Frankfurter Jugendbündnis: Ob versichert oder nicht – mach mit beim Schulstreik.
Wir kämpfen für unser Recht auf Bildung!

Am 12. November werden bundesweit Schülerinnen und Schüler auf die Straße gehen, um eine gute Bildung für alle zu fordern. Komm mit uns! Auch wenn Schulleitungen und LehrerInnen davon nicht begeistert sind: Beteilige dich am Schulstreik! In vielen Fällen wird die Schulleitung versuchen, euch mit Strafmaßnahmen davon abzuhalten. Aber das Schlimmste, was euch passieren kann, sind unentschuldigte Fehlstunden. Und auch das muss nicht sein, es gibt genügend Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Deshalb: Komm mit zum Schulstreik – wir fordern:

- Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem – Bildungsblockaden einreißen!
- Weg mit Bücher- und Kopiergeld, für volle Lehrmittelfreiheit!
- Weg mit G8!
- Mehr LehrerInnen, kleinere Klassen!
- Für ein gebührenfreies Studium – bundesweit!

http://www.jugendbuendnis-ffm.de/Rechtliches.html

AN vom 31.10 Schüler rufen zum Streik auf

Aachen. Abfertigen lässt sich Julia Greiner nicht so leicht. Wenn Eltern oder Lehrer ihre Unterstützung verweigern, dann geht sie in die Offensive und fragt die Betroffenen: «Die Schüler müssen mit dem Schulalltag zurecht kommen. Deswegen müssen sie auch für ihre Forderungen einstehen», sagt die Zwölftklässlerin energisch.

Sie besuchte die 12. Klasse der Maria Montessori Gesamtschule und gehört zum festen Kern des Aachener Bündnisses «Bildungsblockaden einreißen».

Die Gruppe von rund 30 Schülern sowie einzelnen Eltern und Studenten ist ein Ableger einer deutschlandweiten Schülerkampagne, die für Mittwoch, 12. November, zu einem Schulstreik aufruft. «Dabei geht es uns nicht um einen freien Tag, sondern wir möchten aktiv auf Bildungsmissstände aufmerksam machen», erklärt Henry Isbaner (28), der als Mitglied der Linksjugend und der Linken das Aachener Schülerbündnis mit initiiert hat.

Die streikenden Schüler und Sympathisanten – 800 Demonstranten wurden bei der Polizei angemeldet – treffen sich am 12. November um 9 Uhr am Elisenbrunnen. Von da aus ist ein Demonstrationszug durch die Innenstadt geplant. Vorbei am Kaiser-Karls-Gymnasium, dem RTWH-Hautgebäude bis zum Markt, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden wird.

«Wir möchten zeigen, dass wir uns von der Regierung im Stich gelassen fühlen », sagt Julia Greiner und zählt die Forderungen auf: unter anderem Abschaffung der Kopfnoten und des dreigliedrigen Schulsystems, Lernmittelfreiheit, Verringerung der Klassenstärken. Spezielle Aachener Probleme gäbe es dabei nicht, «unsere Protest richtet sich gegen die gleichen Missstände, wie sie in ganz Deutschland existieren.»

Die Vorbereitungen zu dem Streik in Aachen stecken noch in den Kinderschuhen, zweimal haben sich die Vertreter von rund elf Schulen aus der Region Aachen bisher getroffen. Um möglichst viele Schüler zu erreichen, versucht das Bündnis, Streikkomitees an den beteiligten Schulen einzurichten. Auch Vollversammlungen sollen erwirkt werden, um die Schüler zu informieren.

Dass das Bündnis nicht von allen Seiten Unterstützung erfährt, war durchaus zu erwarten. Aber nicht nur einige Direktoren und Eltern missbilligen die Kampagne, auch die Aachener Juso-Schüler wollen sich an dem Streik nicht beteiligen. Julia Greiner bleibt dennoch zielstrebig: «Uns geht es nicht um parteipolitische Interessen, sondern um die Interessen der Schüler.»

Flugblatt Aachen

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Schulstreik am 12.November

Bundesweit!

Aachen:
9 Uhr Elisenbrunnen
Berlin:
11 Uhr Rotes Rathaus
Braunschweig:
10 Uhr Platz der Deutschen Einheit (Rathausvorplatz)
Hamburg:
10 Uhr Hauptbahnhof/Hachmannplatz
Kassel:
10 Uhr Rathaus
Kiel:
Asmus-Bremer-Platz, 10:30 Uhr
München:
9 Uhr Geschwister-Scholl-Platz vor der Uni
Northeim:
11:30 Uhr Am Münster
Nürnberg:
11:30 Uhr Lorenzkirche
Oldenburg:
10 Uhr Hauptbahnhof
Rostock:
10 Uhr Uniplatz
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Auf zum bundesweiten Schülerstreik

Auf zum bundesweiten Schülerstreik –
Für eine kostenlose und freie Bildung!..

Am 22.Oktober dieses Jahres wird Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Bildungsgipfel veranstalten, um die Bildungspläne der Banken & Konzerne durchzusetzen. Dieser Bildungsgipfel wird keine Veränderung zugunsten der Schüler aus den sozial unteren Schichten sowie Schülern mit Migrationshintergrund bringen. Das Bildungssystem in der Bundesrepublik bedeutet Selektion. Schon nach der Grundschule beginnt die Selektion in verschiedene Schultypen. Die
Herrschenden möchten, vom Kindergarten bis zur Hochschule, ein Elite-System in Deutschland schaffen.
Die Kürzungen sowie die Privatisierung im Bildungsbereich sind die Schritte zu einem selektiven, undemokratischen und ausgrenzenden Bildungssystem. Die Einführung der Kopfnoten, das G8, hohe Bücherkosten, überfüllte Klassen,wenige Lehrkräfte und somit keine Vertretungsstunden, sowie Sponsoren für Schulen sind Beispiele für die selektive und undemokratische Politik in Deutschland.
Seit einigen Jahren sind viele Schulen keine staatlichen Schulen mehr. Das ermöglicht den Vertretern von den Banken und Konzernen als Sponsoren aufzutreten und somit einen Einfluss auf den Bildungsplan zu haben. Durch die Durchführung des Hochschulfreiheitsgesetz wurde gesetzlich den Unternehmen ermöglicht am Hochschulrat der vielen Universitäten vertreten zu sein und so Einfluss auf den Bildungsplan der Hochschulen zunehmen. Eine kritische wissenschaftliche Bildung ist
natürlich nicht in ihrem Interesse, sondern ihr Bildungsplan steht im Interesse des Marktes. Die Einführung der Studiengebühren ermöglicht immer weniger Jugendlichen aus den unteren Schichten der Gesellschaften ein Studium anzufangen. So fehlen nach Angaben der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) bundesweit über 25.000 Lehrkräfte an den Schulen. Die Klassen sind mittlerweile so überfüllt, dass es nicht mehr möglich ist, einen vernünftigen Schulunterricht durchzuführen. Die Lehrkräfte sind verständlicherweise mit den Situationen in den Klassen überfordert. Die Herrschenden propagieren, dass kein Geld für Bildung vorhanden ist und daher gekürzt werden muss, aber zeitgleich pumpen sie während der aktuellen Finanzkrise Milliarden in die Banken.

Wir sehen, dass das selektive, undemokratische und ausgrenzende Bildungssystem in Deutschland die Schüler, Studenten sowie die Lehrkräfte betrifft. Daher muss der Kampf gegen die miserable Situation des Bildungssystems in Deutschland zusammen geführt werden. Nur durch den gemeinsamen Kampf können wir gegen diese neoliberalen Angriffe der Herrschenden Widerstand leisten. Wir rufen alle Schüler/innen auf sich am bundesweiten Schülerstreik am 12.November 2008 zu beteiligen, an den Schulen und Städten Schüleraktionskomitees zu gründen, bzw. sich zu beteiligen.Wir haben im Juni dieses Jahres gesehen, als bundesweit 40.000 sich an den Streiks beteiligten, dass es möglich ist Widerstand zu leisten. Gemeinsam für gleichberechtigte und freie Bildung!
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AGIF Jugend